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MAL Dokumentation: Biodex Dynamometer
1. ALLGEMEINES
Hier werden sämtliche Routinen für den Betrieb
des Biodex-System 3 Dynamometers beschrieben.
Die Ansteuerung des Dynamometers und die Datenerfassung
erfolgt über die serielle Schnittstelle und wurde
mit der Firmwareversion FP_Ver. 1.00 - 1.03, Rev. U Deutsch
getestet.
Das Programm
kann aber auch so konfiguriert werden, dass die Ansteuerung
des Geräts und die Messdatenerfassung mit dem original
Biodex System-3 Programm durchgeführt wird und die
Messergebnisse per Textfile ins Messdaten-Archiv
importiert werden.
Die vorgestellten Programmteile (Messung, Training
und Datenanalyse) arbeiten jeweils in Kombination
mit dem Messdaten-Archiv
und können in den wenigsten
Fällen ohne dieses betrieben oder getestet werden.
Neben der standardmäßig für die Messung und Analyse
erforderlichen Klassen
(biodex_measurement_class
für die Messung und
Biodex_Analyse
für die Messdatenanalyse)
existiert noch ein eigener Folder im Public-Pool
(der Biodex-Folder)
in dem die Routinen für den Betrieb des Gerätes sowie entsprechende
Konfigurationsdaten untergebracht sind. Eine Liste aller
zum Themenbereich gehörigen Worte ist unter Topic
Biodex zu finden.
Bei jeder Messung wird in zwei Geschwindigkeiten gemessen. Um
eine entsprechende Messgenauigkeit zu erreichen sind jedoch
zwei Kalibriermessungen vorab durchzuführen. Zuerst eine möglichst
langsame (etwa 5 Grad/s) zur Bestimmung der Schwerkraftkorrektur
und eine Schnelle (etwa in der gleichen Geschwindigkeit wie
die schnellere Messung) zur Bestimmung des Trägheitsmoments.
Bei Trainings können auch mehrere Teilmessungen weiter
verarbeitet werden.
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2. TERMINOLOGIE
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3. EINRICHTEN UND KONFIGURIEREN
Allgemeine Einstellungen für die Kommunikation mit dem Biodex-System
und die Dateistruktur können mit dem Wort set_biodex_config
vorgenommen werden.
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3.1. Messung und Training
Voraussetzung für das Einrichten einer Biodex-Messung ist, dass man als User im Messdaten-Archiv
eingeloggt ist. Ein Eintrag für Biodex-Messungen oder -Trainings wird mit
Insert / Messung/Analyse / Force-Measurement / Biodex
erstellt. Dieser kann dann markiert und mit Konfiguration
entsprechend konfiguriert werden.
Beim Konfigurieren erscheint zunächst ein Menü mit folgenden Punkten:
Bewegungsarten
Dieser Menüpunkt öffnet eine Tabelle in der für alle messbaren
Bewegungsarten eine Kurzbezeichnung und die Grenzwerte für
die automatische Beurteilung zu finden sind.
Die Grenzwerte für die automatische Beurteilung können
über die Menüpunkte Einwärts und Auswärts eingestellt oder
gelesen werden. Es ist aber auch möglich, die Grenzen mit
dem Menüpunkt Grenzen berechnen automatisch gerechnen zu
lassen. Voraussetzung ist, dass entsprechende Normdaten
(Messdaten von Normalpersonen) im Messdaten-Archiv existieren.
Normdaten werden nur dann als solche erkannt, wenn ihr
Kommentar mit dem String "Normdaten " gefolgt von
der Langbezeichnung der Bewegungsrichtung enthält. Bei der
Erfassung von Normdaten braucht man zu diesem Zweck nur
"Normdaten " vor den automatisch generierten Kommentar
einfügen.
Darüber hinaus enthält jeder Eintrag noch weiter Parameter, die
beim Eintragen einer neuen Bewegungsart mit dem Menüpunkt Insert
eingegeben werden müssen oder mit Modify verändert werden können:
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3.1.1. Sequenzen 3.1.1.1. Einrichten und Konfigurieren
Sequenzen beschreiben die Folgen von Arbeitschritten (Kommandos),
die bei einer Messung oder einem Training abgearbeitet werden sollen.
Eine neue Sequenz wird mit dem Menüpunkt Insert in die
Tabelle der Sequenzen eingetragen. Dabei ist zu beachten,
dass jede Sequenz einen eindeutigen Namen haben muss, weil
dieser in der Folge für die Auswahl einer Messung oder
eines Trainings verwendet wird. Der Name einer Sequenz kann
gegebenenfall mit Modify verändert werden.
Die Tabelle der Sequenzen wird geöffnet, indem nach erfolgtem
Login
eine Biodex-Messung oder ein Biodex-Training markiert und
der Menüpunkt Konfigurieren / Sequenzen gewählt wird.
Beispiel einer Sequenzen-Tabelle:
Jede Sequenz besteht aus allgemeinen Konfigurationsdaten, die die
Zugehörigkeit der Sequenz zum Gelenk und der Bewegungsart
beschreiben, und einer Tabelle der Arbeitsschritte.
Die Konfigurationsdaten können mit dem Menüpunkt Konfiguration
geöffnet werden:
Der Parameter Bewegungsart ist für die Analyse von Messungen
(nicht bei Trainings) relevant und stellt die Verbindung
zu den entsprechenden Grenzwerten in der
Bewegungstabelle
her.
Der Parameter Freigabe_bei_Notstopp definiert, ob nach
Drücken der Stopptaste am Panel der Aktuator freigegeben
werden soll (Wert 1) oder nicht (Wert 0). Bei leichten
Adaptern empfiehlt sich der Wert 1, damit der Patient
sofort aus einer unangenehmen Zwangslage befreit werden
kann. Bei schweren Adaptern (z.B. Rückenadapter) kann
aber das Eigengewicht des Adapters die Lage noch zusätzlich
verschlechtern, wenn der Aktuator freigeschaltet wird.
In diesen Fällen ist hier der Wert 0 anzugeben.
Hinweis: Beim Drücken der Stopptaste am Dynamometer
(roter Pilzknopf oder roter Druckknopf am Spiralkabel)
wird der Aktuator immer angehalten und dem Programm
die Kontrolle entzogen. D.h. ein Freigeben des
Aktuators kann in diesem Fall nur über Panelbedienung
erfolgen.
Die nächsten drei Parameter bestimmen die Drehrichtung
bei Auswärtsbewegung. Je nachdem, ob die Bewegungsart
seitenbezogen ist oder nicht ist (z.B.: das Kniegelenk kann links
oder rechts sein, der Rücken nicht), sind entweder die oberen
beiden Felder oder das untere Feld relevant. Richtungen
die für die entsprechende Bewegungsart nicht möglich sind
müssen den Wert "nicht_möglich" erhalten. Soll die
Bewegungsart bilateral möglich sein, so sind die
Felder Richtung_links_auswärts und
Richtung_rechts_auswärts
entsprechend mit "Uhrzeigersinn" oder "Gegenuhrzeigersinn"
einzustellen. Für unilaterale Bewegungsarten
darf nur eines der drei Felder eine
Bewegungsrichtung eingetragen haben, die anderen
müssen mit "nicht_mögliche" besetzt werden.
Jede Sequenz muss getestet werden, bevor sie
für Messungen oder Trainings zur Verfügung steht.
Ob eine Sequenz getestet wurde (und von wem)
kann man mit dem Menüpunkt Getestet? abfragen.
Getestet wird mit dem Menüpunkt Testen.
Der Test sollte aus Sicherheitsgründen
immer ohne Proband durchgeführt werden. Bilaterale
Sequenzen müssen auch bilateral getestet werden
(also entweder "A .. links - rechts" oder
"B rechts - links" beim Menü der Seitenauswahl angeben).
Nach jeder wie immer gearteten Änderung der Sequenz
muss der Test erneut durchgeführt werden.
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3.1.1.2. Tabelle der Arbeitsschritte (Kommandos)
Mit einem Doppelklick auf eine Sequenz oder mit
dem Menüpunkt Browse wird die Tabelle der
Arbeitsschritte einer Sequenz geöffnet. Diese Tabelle
kann etwa wie folgt aussehen:
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3.1.1.3. BAM-Grenzen
Der Arbeitsschritt BAM-Grenzen dient zum Neueinstellen
des Bewegungsausmaßes während der Abarbeitung einer
Sequenz. Normalerweise ist kein solcher Eintrag erforderlich,
da jeweils beim Start einer Sequenz das Bewegungsausmaß
eingestellt werden muss. Nur wenn innerhalb der Sequenz
das Bewegungsausmaß geändert werden soll, ist ein
derartiger Eintrag erforderlich.
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3.1.1.4. Messung
Messungen sind Arbeitsschritte bei denen Messdaten erfasst werden.
Ob, und in welcher Form die Messdaten weiter verwendet werden
hängt von der Konfiguration der Messung ab.
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3.1.1.5. Lockerung
Arbeitsschritte vom Typ "Lockerung" dienen zum Entspannen.
Für die Dauer der Lockerung wird eine Uhr angezeigt.
Der Aktuator wird dabei im Assistivmodus bewegt.
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3.1.1.6. Pause
Pause-Einträge in Sequenzen sind ähnlich wie Lockerungen,
nur dass der Aktuator nicht bewegt wird. Die einzigen
Konfigurationsparameter sind die Dauer der Pause in Sekunden
und der Titel der oben in das Fenster mit der Uhr
eingeblendet werden soll.
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3.1.1.7. Haltepunkt
Haltepunkte sind Einträge in die Sequenz, bei denen
auf Bedieneingabe gewartet werden soll. Der Bediener
kann dann die Bearbeitung der Sequenz durch Auswahl
des Menüpunktes "Fortsetzen" oder durch Drücken der
Enter-Taste fortsetzen. Außerdem können je nach Konfiguration
des Haltepunktes die Menüpunkte "Abbruch" und/oder
"Ende" erscheinen (Wert 1 .. Menüpunkt anzeigen, Wert 0 .. nicht
anzeigen).
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3.2. Analyse
Voraussetzung für das Einrichten einer Biodex-Analyse
ist, dass man als User im Messdaten-Archiv
eingeloggt ist.
Mit Insert und der Auswahl von "Biodex_Analyse" wird
eine Biodex-Analyse eingerichtet.
In den meisten Fällen ist als Art der Datenselektion Einzelmessung
erforderlich. Messungsvergleich ist nur für Analysen vom
Typ "Formblatt" oder "Datensammlung" möglich und bedeutet, dass beim Start
des Formblatts die Daten mehrerer Einzelmessungen
gemittelt werden bzw. die Datensammlung für mehrere
Messungen auf einmal angestoßen werden kann.
Zum Konfigurieren der Analyse muss diese mit einem
einfachen Mausklick markiert werden und der
Menüpunkt Konfiguration / Analyse ausgewählt werden.
Daraufhin erscheint folgende Eingabemaske:
Ausgabeformat
Folgende Auswahlmöglichkeiten stehen für das Ausgabeformat
zur Verfügung:
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4. BEDIENUNG
Wurde das Biodex-System zuvor mit dem original
Biodex System-3 Programm betrieben,
muss das Dynamometer-Steuergerät aus- und wieder eingeschaltet werden
bevor es über die serielle Schnittstelle von MAL aus angesteuert
werden darf.
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4.1. Messen
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4.2. Notstopp
Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Notstopp-Tasten:
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4.3. Anhalten
Mit der schwarzen Anhalte/Weiterlauftaste kann die Bewegung
des Aktuators vorübergehend angehalten werden.
Wird bei der Ausführung von Arbeitsschritten vom Typ
"Messung" oder "Lockerung" die Anhaltetaste gedrückt, so
wartet das Steuerprogramm, bis die Bewegung durch ein
zweites Drücken der Taste fortgesetzt wird.
Bei Messungen
ist das Anhalten des Aktuators nicht empfehlenswert, weil
dadurch Artefakte in den Messergebnissen entstehen. Die
Zählung der Zyklen stoppt mit dem Anhalten und wird beim
Weiterlauf wieder fortgesetzt.
Bei Lockerung ist das Anhalten problemlos. Wird über
die Laufzeit der Lockerung hinaus der Aktuator angehalten,
so setzt das Programm erst wieder mit dem Weiterlaufen
(zweites Drücken der Anhalte/Weiterlauf-Taste) fort.
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4.4. Abbruch
Es gibt verschiedene Kategorien von Abbruchmöglichkeiten:
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4.5. Auswerten und Befunden
Das Einrichten und Konfigurieren von Messdatenanalysen
ist im Kapitel
Einrichten und Konfigurieren
beschrieben. Üblicherweise werden beim Einrichten zwei
Einträge für Messdatenanalysen, einer für ein Formblatt
(für die Bildschirmanzeige) und
einer für den Befund (für den Ausdruck), konfiguriert.
Durch einen Doppeklick
auf einen dieser Einträge wird die Datenanalyse gestartet.
Um in den Befund relevante Bemerkungen und Trainingsempfehlungen
eingeben zu können ist es erforderlich zuerst die
Messergebnisse gesehen zu haben. Man wird also in der
Regel zuerst das Formblatt anzeigen und studieren und danach den
Befund erstellen. Am Formblatt werden links unten die
Statistikdaten angezeigt. Darunter (mit dem Scrollbar erreichtbar)
befinden sich die automatisch generierten Beurteilungstexte.
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4.5.1. Bedeutung der Messwerte
Die Statistik besteht aus zwei Tabellen: eine für die
Auswärtsbewegung und eine für die Einwärtsbewegung.
Abgesehen von den Werten Stichprobe und Totalmax
werden die Werte für jeden Zyklus getrennt bestimmt.
In den Spalten mit der Überschrift "Links", "Rechts" oder
"Mittelwert" sind die Mittelwerte über die berechneten
Zyklen zu finden und jeweils unmittelbar rechts daneben
in den Spalten mit der Überschrift "Streuung" die
dazugehörigen Streuungen (=Standardabweichungen).
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4.5.1.1. Kurven
Die Kraftverlaufskurven zeigen das Drehmoment in Abhängigkeit
vom Winkel und
werden jeweils von der ersten Teilmessung
berechnet. Der Nullwinkel wird bei der Messung
beim Aufruf des Menüpunktes Nullwinkel definiert.
Ein steigender Winkelwert bedeutet Auswärts- und ein
fallender Einwärtsbewegung.


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4.6. Training
Ebenso wie bei Messungen gilt, dass man für das
Training mit dem Biodex-System zuvor als Benutzer in das
Messdaten-Archiv
eingeloggen
muss. Ausserdem muss ein entsprechender Trainingseintrag
in der Benutzertabelle
eingerichtet
sein.
Durch einen Doppelklick auf den Trainingseintrag wird
die Personentabelle geöffnet. Personen, denen beim
Befund eine Trainingsempfehlung gegeben wurde, erscheinen
automatisch in der Personentabelle des Trainings. Man kann
aber auch mit dem Menüpunkt Insert beliebige sonstige
Personen eintragen bzw. Daten von bereits eingetragenen
Personen mit Modify verändern.
Die Menüpunkte - unaktuell, + aktuell,
Aktuelle dienen dazu, die Liste der
angezeigten Probanden auf aktuelle
Einträge zu beschränken. Mit + aktuell wird
ein Proband als aktuell markiert und mit - unaktuell
als nicht aktuell. Bei der Auswahl von Aktuell werden
nur die aktuellen Probanden angezeigt. Um wieder die
komplette Liste anzuzeigen genügt es, den Menüpunkt
Find aufzurufen und die Suchmaske unverändert mit
der Enter-Taste einzugeben.
Durch einen Doppelklich auf einen Personeneintrag oder
durch Auswahl des Menüpunktes Empfehlungen wird die
Tabelle der Trainingsempfehlungen geöffnet. Diese ist
bei neu eingerichteten Personen zunächst leer. Mit dem
Menüpunkt Insert kann ein Trainingsprogramm in die Liste
eingefügt werden. Zur Auswahl stehen dabei alle getesteten
Trainingseinträge der
Sequenztabelle .
Mit einem Doppelklick auf einen Eintrag wird das Training
gestartet.
Die Tabelle der Empfehlungen kann zum Beispiel so aussehen:
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5. PROGRAMMBESCHREIBUNG
Wegen der besonders aufwändigen Codes für die Steuerung
des Biodex-Gerätes wurde ein eigener Biodex-Folder im Public-Pool
eingerichtet in dem der Hauptanteil des
Programmcodes zu finden ist. Die Gesamtheit des Codes zum
Thema Biodex ist also auf drei Orte verteilt:
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5.1. Die Klassenhierarchie
Die Klassen für die Beschreibung von Sequenzen sind
im Biodex-Folder zu finden. Die Klasse
biodex_command_class
ist die Superklasse aller Kommandos (=Arbeitschritte) die
in Sequenzen vorkommen können. Ihr Konstruktor
(create_biodex_command)
startet ein Auswahlmenue mit dem bestimmt werden kann,
von welcher abgeleiteten Klasse eine Instanz erzeugt werden soll
(von der Superklasse wird nur für Einträge ins Logfile
eine Instanz benötigt).
Die von der Klasse
biodex_command_class
direkt abgeleiteten Klassen sind:
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5.2. Testroutinen
Die Worte analyze_portmon und
test_biodex_interface
wurden für die Entwicklung und Inbetriebnahme implementiert.
Sie dienen dazu das Schnittstellenprotokoll für die
serielle Schnittstelle zu analysieren und zu testen.
analyze_portmon
analysiert die Logfiles vom Programm Portmon. Portmon
ist ein Programm zum Loggen des Schnittstellentransfers
über die serielle Schnittstelle. Das Wort
analyze_portmon
ist so ausgelegt, dass es die Dateiformate von Portmon
unter Windows 98 lesen kann, wenn die Ausgabe von
Portmon auf Hexaformat eingestellt ist. Mit dem Menüpunkt
Gruppenanalyse wird eine Liste aller unterschiedlichen
Kommandos, die an das Gerät ausgegeben wurden erstellt. In
der ersten Spalte erscheint, wie oft das Kommando wiederholt
wurde. Man hat die Option, die Daten zu speichern (wird
im Wort 'old_writes' gespeichert), damit in der Folge
mit dem Menüpunkt Differenzen festgestellt werden kann,
welche Kommandos neu dazugekommen sind. Mit dem
Menüpunkt Suchfilter
können Kommandos mit bestimmten Zeichenfolgen gesucht werden.
Das Wort
test_biodex_interface
dient zum Senden von Testcodes an das Biodex-Gerät.
Es öffnet ein Menü zum Starten verschieden Testroutinen, die
jeweils ad hoc angepasst werden. Allgemein verwendbar ist
der Menüpunkt Interaktiv. Mit ihm kann ein String im
Hexaformat (jeweils zwei Zeichen in Großbuchstaben durch Blank
getrennt) auf die Schnittstelle ausgebeben werden.
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5.3. Schnittstellentransfer und Logging
Voraussetzung für den Datentransfer über die serielle
Schnittstelle ist, dass diese mit dem Wort
open_port geöffnet wird.
Der File-Handle für die serielle Schnittstelle wird MAL-intern
geführt und bleibt so lange geöffnet, bis er entweder explizit
mit dem Wort close_serial_port
oder durch Beenden des MAL-Interpreters geschlossen wird.
Das Öffnen und Schließen der seriellen Schnittstelle
erfolgt in der Funktion start der Klasse
biodex_sequence_class
im Wort sequenz_starten.
Sämtliche Ausgaben an die serielle Schnittstelle werden
über das Wort
zeile_ausgeben
abgewickelt. Dieses besorgt auch das Speichern der
Logdaten. Die Logdaten werden jeweils in den
Kommandoklassen
in einer Variablen mit dem Namen logdata geführt.
Diese Variable ist ein Verbund von Strings und
wird normalerweise vom Konstruktor der Klasse mit
einer Überschrift vorbesetzt.
zeile_ausgeben
prüft, ob eine Variable mit dem
Namen "logdata" existiert und hängt gegebenenfalls
die neu ausgegebene Zeile an den bestehenden Verbund
an.
Jede Kommandoklasse muss selbst dafür sorgen, dass
die Logdaten zum Abschluss in das Logfile geschrieben
werden. Zu diesem Zweck existiert das Wort
logging?.
Dieses überprüft, ob es von einer Klasse aus
aufgerufen wird (indem es das Wort this> im Vokabular
sucht) und schreibt die Instanz gegebenfalls in das Logfile.
Das heißt: im Logfile steht jeweils die komplette Instanz
der Kommandoklasse. Die Berechnung des Logtextes erfolgt
erst bei der Analyse des Logfiles mit dem
Wort analyze_logs,
das direkt auf die Variable logdata in den Instanzen
zugreift.
Einträge in das Logfile, die keiner Kommandoklasse
zugeordnet werden können
(zum Beispiel der Header und Footer, siehe Wort
biodex_messung)
werden mit dem Wort
>logfile
erzeugt. Dieses Wort erzeugt eine Instanz der
Superklasse der Kommandoklassen
(biodex_command_class)
schreibt den Text in deren Variable logdata
und fügt die Instanz der Logdatei an.
Im Falle eines Interface-Timeouts oder sonstiger
Fehler bei der Datenübertragung wird das Wort
on_serial_port_error
aufgerufen, das eine eventuell offene Instanz
einer Kommandoklasse ins Logfile schreibt und
seinerseits einen Eintrag mit der Beschreibung der
Fehlerursache im
Logfile macht. Der Name dieses Wortes ist vom
MAL-Interpreter fix als Callback bei Fehlern
am seriellen Interface vorprogrammiert.
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5.4. RS232-Steuercodes
Für die Einstellung der Dynamometer-Parameter existieren
jeweils Variable mit der entsprechenden Bezeichnung, die
einen Verbund von Strings enthalten. Jeder String
besitzt einen Namen und enthält einen Hexa-Code. Der Name
bezeichnet den Wert für den Parameter (z.B. "60 Nm" für
eine Drehmomentgrenze) und der Hexa-Code kann mit dem
Wort zeile_ausgeben ans Gerät gesandt werden, um den
Parameter einzustellen.
Folgende Variable sind auf diese Weise definiert:
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5.5. Verwaltung der Sequenzen
Die Konfigurationsdaten der Sequenzen sind in der Tabelle
sequences_table
gespeichert, wobei jede Sequenz eine Instanz der Klasse
biodex_sequence_class
ist. Die Memberfunctions diese Klasse dienen zum Konfigurieren
und Starten der Sequenz sowie für Statusabfragen.
Das Blättern in der Tabelle der Sequenzen erfolgt mit
dem Wort
browse_sequences,
wobei manche Menüpunkte aus Wartungsgründen in eigene
Worte ausgelagert sind.
browse_sequence
ist der Menüpunkt zum Blättern in einer Sequenz,
config_sequence
dient zum Konfigurieren und
test_sequence
zum Testen der Sequenz.
Die Messung ist aber kein Menüpunkt von
browse_sequences,
sondern wird von dem Wort
biodex_messung
durchgeführt, das in der Klasse
biodex_measurement_class
in der Funktion archivation
vom Wort Direktmessung aufgerufen wird. Es
definiert u.a. eine Variable messinstanzen,
die mit einem Leerverbund vorbesetzt wird.
Diese dient dazu, die gemessenen Instanzen zu
sammeln. Das erfolgt im Wort Datenverwendung der
Klasse biodex_cycles_class
(Funktion start).
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5.6. Beurteilung
Das Wort beurteilung in der Funktion start_selected
der Klasse Biodex_Analyse
generiert die Beurteilungstexte im HTML-Format für den Befund und das
Formblatt. Für jeden zu beurteilenden Wert aus den Statistikdaten
(Variable statistikdaten) wird zu diesem Zweck eine
Instanz der Klasse
biodex_assessment_class
eingerichtet. Diese Klasse ist von der Klasse
assessment_class
abgeleitet und unterscheidet sich von dieser nur durch Vorbesetzungen
im Konstruktor (für die Texte "bewegungsrichtung" und "gegenrichtung"
sind fixe Replacements voreingestellt, damit diese nicht jedesmal
explizit angegeben werden müssen).
Die für die Beurteilung erforderlichen Grenzwerte werden für
die spezifische Bewegungsart aus der Bewegungstabelle
(Variable motion_table)
gelesen und mit der zuvor berechneten Variable
personenfaktor multipliziert. Der Personenfaktor
berücksichtigt das Alter, das Geschlecht und das
Gewicht des Probanden. In der Bewegungsliste sind
die Grenzwerte für eine virtuelle männliche Normperson
mit 25 Jahren und 100 Kg Gewicht angegeben.
Die Berechnung des Personenfaktors erfolgt
mit dem Wort
leistungsfaktor_bestimmen.
Die alters- und geschlechtsspezifische Umrechnung
erfolgt auf Basis der beiden Tabellen
alterstabelle_maenner und
alterstabelle_frauen, die
mit dem Wort
edit_alterstabellen
editiert und graphisch dargestellt werden können.
Die Berechnung der in der Bewegungstabelle gespeicherten
Grenzwerte erfolgt mit dem lokal in
browse_motions
definierten Wort grenzen_berechnen. Die Werte
werden dabei so umgerechnet, dass sie der
virtuellen männlichen Normperson mit 25 Jahren und
100 Kg entsprechen.
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5.7. Struktur der archivierten Daten
Sowohl die Datenarchivierung als auch die Datenanalyse sind
so ausgelegt, dass pro Messung zwei Geschwindigkeiten erfasst
werden. Nun muss aber pro Geschwindigkeit eine eigene
Messinstanz angelegt werden. Das bedeutet, dass bei unilateralen
Messungen immer zwei und bei bilateralen Messungen immer
4 Messinstanzen im
Messdaten-Archiv
gespeichert werden.
Dieses Verhalten kann nicht konfiguriert werden sondern ist
in den Klassen
biodex_measurement_class
und
Biodex_Analyse
fix ausprogrammiert.
Die Messinstanzen sind jeweils Instanzen der Klasse
biodex_measurement_class.
Mit der Funktion analog> werden die Messwerte
moment, angle und speed berechnet.
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